Wenn Inhaber-Mittelständler nach SEO-Preisen fragen, hören sie meistens drei Antworten: „kommt drauf an”, „erstellen wir Ihnen gerne ein Angebot” oder eine Pauschal-Zahl, die für jeden Auftraggeber gleich ist. Alle drei sind unbrauchbar. Die ersten zwei verzögern die Entscheidung; die dritte ist unehrlich.
Hier ist die Klartext-Antwort, basierend auf 15 Jahren Mandats-Praxis im Rhein-Main-Wirtschaftsraum.
Die drei Mandats-Größen
Mandat Klein: 750 – 1.200 € netto / Monat. Ein Anker-Mandat mit einem Themenfeld und einer Schicht im Operating-System — also monatliche SEO-Betreuung ab 750 €, nicht weniger. Geeignet für Mittelständler bis ca. 50 Mitarbeitende mit klarem Nischenfokus. Beispiel: ein spezialisierter Engineering-Dienstleister in der Wetterau, der ein einziges Hauptthema in Google sichtbar machen will.
Mandat Mittel: 1.500 – 2.500 € netto / Monat. Komplettes Drei-Schichten-Mandat mit mehreren Themenfeldern und Detailseiten. Monatliche Status-Session, dokumentierte Bewegungen, priorisiertes Backlog. Das ist der typische Mittelweg — und das, was die meisten inhabergeführten B2B-Mittelständler im Rhein-Main-Wirtschaftsraum brauchen.
Mandat Groß: ab 3.000 € netto / Monat. Konzern-Mittelstand mit mehreren Brands oder Standorten. Mehrschichtige Operating-Systeme, dedizierte Themen-Verantwortliche pro Themenfeld. Hier wirkt B2B-Spezialisierung als Preis-Treiber — Preise individuell nach Spec.
Einmaliger Audit zwischen den Mandats-Größen: 1.500 – 4.000 € netto, je nach Themenbreite.
Warum 750 € der untere Anker ist
Wer SEO unter 750 € pro Monat anbietet, verkauft entweder kein Mandat (sondern eine Tool-Subscription mit Berater-Anstrich) oder gleicht den niedrigen Preis durch Tool-Provisionen und Up-Sells aus. In beiden Fällen kommt am Mittelständler weniger an, als auf dem Vertrag steht.
Der Grund ist mathematisch: eine 60-Minuten-Status-Session pro Monat, zwei bis drei Stunden Onpage-/Content-Arbeit, eine halbe Stunde Reporting — das sind mindestens fünf Berater-Stunden. Bei 120 € Stundensatz sind das 600 € allein an Personal-Kosten. Wer für 500 € pro Monat „SEO macht”, arbeitet entweder als Nebengewerbe oder rechnet anderswo nach.
Was bei 2.500 € reicht und was nicht
Im Mittel-Mandat-Bereich passt typischerweise: zwei bis drei Themenfelder gleichzeitig pflegen, monatlich zwei bis drei neue Pages produzieren, Onpage-Arbeit auf 30–50 bestehenden Pages, Schema-Markup-Pflege, technische Sauberkeit, monatliche Status-Session, dokumentiertes Reporting. Gemessen wird das gegen CAC und ROI, nicht gegen Ranking-Vanity.
Was nicht reicht: aufwendige Performance-Marketing-Kampagnen parallel (kommt extra), eigener Linkbuilding-Aufwand (Inhalts-Pull statt Outreach-Push), oder dezidiertes Reputation Management mit Bewertungs-Werkstatt. Diese Disziplinen sind eigene Leistungsbereiche mit eigenen Kosten.
Drei typische Fallen, die teure Anbieter setzen
Falle 1: Tool-Abos im Paketpreis verstecken. Manche Agenturen rechnen ihre Sistrix-, Ahrefs- oder Searchmetrics-Abos in den Monatspreis ein. Das Problem: wenn das Mandat endet, gehört das Konto der Agentur — nicht Ihnen. Sechs Monate später müssen Sie alle Reports neu einkaufen. Tool-Abos gehören in Ihre Hand, nicht in den Paketpreis.
Falle 2: Mindestlaufzeiten. „12 Monate Mindestlaufzeit, weil SEO Zeit braucht” — das klingt plausibel und ist trotzdem eine Vertriebs-Falle. Wenn ein Mandat nach drei Monaten nicht funktioniert, soll der Auftraggeber kündigen können. Eine ehrliche Agentur baut Vertrauen über Substanz auf, nicht über Vertragsfristen.
Falle 3: Performance-Versprechen. „Top-3-Ranking in 6 Wochen” ist Lüge — oder Glücksfall. Realistisch: erste positive Bewegung im Sichtbarkeitsindex nach 8–14 Wochen, signifikanter Traffic-Effekt nach 5–8 Monaten. Wer Ihnen kürzere Zeiträume verspricht, blufft. Was im oberen Mandats-Segment teurer wird, sind Premium-SEO und Senior-Stundensätze — nicht imaginäre Quick-Win-Garantien.
Was das praktisch heißt
Wenn Sie ein Angebot vor sich haben, prüfen Sie drei Dinge:
- Wie hoch ist die Stunde im Mandat? Wenn die Agentur Stundensätze nennen kann, ist die Kalkulation transparent. Wenn sie sich um Stundensätze drückt, ist Vorsicht angebracht.
- Was ist im Paket — und was kostet extra? Tool-Abos, Content-Erstellung, technische Eingriffe, Performance-Marketing — alles separat ausweisen lassen.
- Mindestlaufzeit? Wenn ja: warum? Eine gute Agentur braucht keine Vertragsbindung, um Vertrauen aufzubauen.
Wer mehr über unsere konkreten Preise wissen will, findet die ausführliche Übersicht auf der SEO-Kosten-Landingpage mit FAQ. Wir veröffentlichen Preisspannen, weil Mittelständler eine Ausgangsbasis brauchen, bevor sie ein Erstgespräch ansetzen — keine Verkaufs-Hürde. Wer’s konkret machen will: 20 Minuten Klartext anfragen.